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    ...dass es im Wiener Stephansdom einen „Wiener Neustädter Altar“ gibt?

    Der Wiener Neustädter Altar, der auch „Friedrichsaltar“ genannt wird, ist ein Wandelaltar mit einem Hauptschrein, zwei beweglichen Außen- und zwei beweglichen Innenflügeln. Der Schrein ist mit Skulpturen versehen, die Vorderseiten der Innenflügel sind mit Reliefs, die übrigen Flügelseiten mit Gemälden geschmückt. Doch wie kommt der Altar in den Wiener Stephansdom?

    Der Wiener Neustädter Altar befindet sich im Frauenchor des Wiener Stephansdoms seit 1952. Der Altar gilt als Stiftung von König Friedrich IV., dem späteren Kaiser Friedrich III., für die Kirche des Zisterzienserstifts Neukloster in Wiener Neustadt. Auf der Predella des Altars ist zweifach die Aufschrift 1447 A.E.I.O.U. angebracht. Mit der Datierung auf 1447 ist er der älteste Doppelflügelaltar, der in Österreich noch erhalten ist. A.E.I.O.U. ist ein habsburgischer Wahlspruch, den König Friedrich IV. als Signatur verwendete. Friedrich hatte seine Residenz in Wiener Neustadt und ist auch Stifter des Zisterzienserklosters. Die Forschung geht davon aus, dass das Retabel mit seiner Schreinarchitektur, den Skulpturen und Gemälden um 1447 in der Werkstatt des Friedrichsmeisters gefertigt wurde, die wohl in Wiener Neustadt zu lokalisieren ist. Der Friedrichsaltar blieb bis ins 19. Jahrhundert an seinem ursprünglichen Aufstellungsort. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten wurde das Neukloster 1881 dem Stift Heiligenkreuz inkorporiert. Dessen Abt Heinrich Grünbeck entschloss sich zum Verkauf des Retabels an das Domkapitel von Sankt Stephan in Wien, um es vor dem Verfall zu retten. So kam der Altar 1884 in den Wiener Stephansdom, wo er nach einer Restaurierung 1885 zuerst im Apostelchor aufgestellt wurde.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Dom schwer beschädigt und der Wiener Neustädter Altar fungierte im Osten des Langhauses als Hochaltar. Im Jahre 1950 wurde er erneut restauriert und 1952 in den Frauenchor des Domes versetzt. Bei diesen beiden Renovierungen wurde aufgrund mangelhafter Kenntnisse der Originalzustand des Retabels verändert, das harmonische Aussehen erheblich beeinträchtigt. Die letzte Restaurierung dauerte von 1986 bis 2004, kostete 1.300.000 Euro und hatte zum Ziel, den Originalzustand wiederherzustellen.

    Der Wandelaltar hat zwei bewegliche Außen- und zwei bewegliche Innenflügel, die einen Wechsel zwischen drei Schauseiten ermöglichen. Sowohl die Außenflügel als auch die Rückseiten der Innenflügel sind bemalt. Die Vorderseiten der Innenflügel und der Hauptschrein sind mit Schnitzwerk versehen. Die Schnitzfiguren des Retabels bestehen aus Lindenholz, die Architekturteile aus Fichtenholz. Die Höhe des Retabels einschließlich der Predella beträgt viereinhalb, die Breite bei geöffneten Flügeln etwa fünfeinhalb Meter. Damit ist es eines der größten gotischen Flügelretabel in Österreich. Ursprünglich hatte der Altar mit Mensa und Gesprenge eine Gesamthöhe von etwa zehn Metern. Das Gesprenge ist verloren gegangen, die Mensa steht noch in der Neuklosterkirche in Wiener Neustadt.

    Grundlegendes Programm für die Ausgestaltung des Altares ist die Allerheiligenlitanei. Das wird vor allem an der Alltags- und der Sonntagsseite deutlich, wo auf 72 Plätzen mehr als 72 Heilige dargestellt werden. Die Litanei beginnt mit der Anrufung der Dreifaltigkeit und Mariens. Das Retabel, das der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht ist, zeigt auf der Festtagsseite Tod, Aufnahme Mariens in den Himmel durch Christus und neben der Krönung Mariens durch Gottvater eine trinitarische Marienkrönung.
    Quelle: Stephansdom, Wikipedia

    Rubrik Stadtgespräch | Ausgabe 03/11

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