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    Stadtgespräch

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    Wussten Sie, ...

    ... wie der Bürgermeistergarten zu seinem Namen kommt?

    Das idyllische Grün mitten in der Allzeit Getreuen hat eine interessante Geschichte hinter sich. Schon im 15. Jahrhundert diente es als Klostergarten des Dominikaner-Ordens von St. Peter an der Sperr. Nach der Klosteraufhebung im 18. Jahrhundert ging die Parkanlage ins Eigentum des Religionsfonds über. Die Stadt Wiener Neustadt erwarb später den Garten, um ihn dem jeweiligen Bürgermeister zu seiner Gartenbenützung zu überlassen. Daher hat der Park also auch seinen Namen, der ihm bis heute geblieben ist.

    1980 wurde auf Wunsch des damaligen Bürgermeisters Hans Barwitzius der Plan gefasst, den Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So folgte nach vielen Gesprächen am 10. März 1981 die einstimmige Beschlußfassung mit Zustimmung des Bürgermeisters, des Bundesdenkmalamtes Wien und des Denkmalschutzvereines Wiener Neustadt, die Stadtgartenverwaltung mit der Planung und Ausführung dieser Anlage zu beauftragen.

    Hierzu leistete das Bauamt die Vorarbeiten mit der Ausbesserung und Erhöhung der äußeren Stadtmauer. Alles Weitere wurde von der Stadtgartenverwaltung in Eigenregie durchgeführt. Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt war es möglich, durch die Öffnung der Stadtmauer, das herrliche Tor in die Planung miteinzubeziehen und so den bestehenden Karl-Ludikowsky-Park aus dem Jahre 1965 als Vorraum zum Bürgermeistergarten miteinzugliedern. Kunstvolle Kandelaberleuchten wurden damals von der Neustädter Firma Nemetz angefertigt.

    Als besonderes Detail in der Gestaltung konnte in Zusammenarbeit mit dem bekannten Wiener Neustädter Historiker Karl Flanner in mühevoller Kleinarbeit ein Minilapidarium (Steinmuseum, Anm. d. Red.) eingegliedert werden. Dafür wurden Mauerziegel aus dem 13. und 14. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert zusammengetragen, wo jeder Ziegel eine eigene Aussage macht. Ziegel mit einem gezeichneten Herzen zum Beispiel, drücken die Ergebenheit des Ziegelofenpächers gegenüber dem Feudalherrn als Eigentümer aus.

    Ziegel mit den Buchstaben IE – ST – JH – MK – WL- stammen aus dem jahrhundertelang betriebenen städtischen Ziegelofen in Schleinz. Auch alle Grenzsteine sind historisch wertvoll. Unter anderen fand auch ein Stein mit einem eingehauenen Spaten aus einer ehemaligen Gärtnerdynastie im Bürgermeistergarten seinen Platz.

    Nach einjähriger Bauzeit wurde am 14. Mai 1982 der von der Öffentlichkeit mit Spannung erwartete, neugestaltete Bürgermeistergarten im Rahmen einer großen Feierlichkeit eröffnet. Seither ist er für die Bevölkerung frei zugänglich. Den Namen Bürgermeistergarten trägt er bis heute.

    Rubrik Stadtgespräch | Ausgabe 02/11

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