Stadtgespräch
Wussten Sie, ...
…wann der erste Garten an der Stelle des heutigen Stadtparks angelegt wurde?
... wie es früher vor der
Militärakademie aussah?
Die Verteidigungsanlagen auf dem Areal, das heute der südliche Teil des Stadtparks ist, wurden langsam überflüssig. Der Wasserturm war noch lange nicht gebaut (er wurde erst 1910 fertiggestellt) und die Fläche zwischen Theresianischer Militärakademie und Altstadt war unbebaut. Auf dem so genannten „Glacis“ durften weder Häuser, noch Bäume oder Sträucher stehen. Die freie Sicht diente der Verteidigung der Burg, ebenso wie der davor liegende Wall, die Wassergräben und die Stadtmauer, welche die Altstadt umgab.
… dass der Ring um die Altstadt einmal ein Wassergraben war?
Vor allem die Wassergräben erregten aber Unmut, da sich dort leicht Bakterien ansammelten – außerdem stanken die stehenden Gewässer wohl bestialisch. Ab 1783 wurden sie nach und nach trockengelegt, unter anderem mit Erde aus dem Verteidigungswall. Heute verlaufen entlang des ehemaligen Wassergrabens die Ringstraßen, die die Altstadt umgeben.
… was man beim Ausbau des Stadtparks unter der Erde entdeckte?
1834 hatte der damalige Justizstadtrat Josef Grabner die Idee, auf dem ehemaligen Glacis eine Promenade anzulegen – er gilt damit als der Gründer des Wiener Neustädter Stadtparks. Ab dieser Zeit war der Park als Attraktion der Stadt ein Anliegen des Stadtrates und wurde stetig erweitert. Dabei wurden fünf der jüdischen Grabsteine aus dem 15. Jahrhundert entdeckt, die als Decke eines unterirdischen Ganges verbaut worden waren. Sie sind heute im Stadtpark nahe dem Bärengehege zu sehen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden einige Alleen nahe der ursprünglichen Promenade angelegt und weitere Teile der Stadtverteidigung zerstört.
… dass der Tennisplatz früher ein Eislaufplatz war?
1872 sollten die einzelnen Alleen und Anlagen endlich zu einem großen Park zusammengefasst werden. Das Jahr gilt daher als das eigentliche Gründungsjahr des Stadtparks. Der Bräuhausteich (an der Stelle des heutigen Tennisplatzes), der ein Überbleibsel des Wassergrabens war und bis dahin als Eislager für die Brauerei gedient hatte, wurde in einen Eislaufplatz umgewandelt, der bis 1975 betrieben wurde. Weiters wurde ein Spielplatz wurde errichtet.
… seit wann die Wege elektrisch beleuchtet werden?
Auch nach der Jahrhundertwende ebbte das Interesse am Park nicht ab: 1902 wurde eine Wasserleitung für die
Springbrunnen verlegt, 1910 zog die elektrische Beleuchtung in die Alleen und Spazierwege ein und ersetzte die Gaslampen aus dem vorigen Jahrhundert. Ab diesem Jahr konnte man im Sommer auf dem Eislaufplatz Tennis spielen. Im Ersten Weltkrieg nahm der Erholungsraum keinen Schaden, da nicht in der Stadt gekämpft wurde; im Zweiten Weltkrieg aber hinterließ die Bombardierung viele zerstörte Bäume und Krater in den gepflegten Wiesen. Mit dem Wiederaufbau des Parks wurde aber bereits 1945 begonnen.
… wann die ersten Bären in den Stadtpark kamen?
In den 1960er-Jahren wurde der Kleintierzoo neben dem Spielplatz angelegt und die ersten Kragenbären zogen in ihr Gehege auf den ehemaligen Kasematten (Munitionslager) ein. 1970 wurde im Süden des Parks eine neue Teichanlage gestaltet und bis in die 1980er hinein fanden im Pavillon beim Bärengehege jeden Samstag kleine Parkkonzerte statt. Bis heute, also seit 138 Jahren, ist der Stadtpark Erholungs- und Erlebnisraum geblieben.



