Stadtgespräch
Wussten Sie, ...
welche die 7 Wunder von Wiener Neustadt sind?
Geschichte – Legende
Es gibt also 7 Wunder, welche die Kinder in den Wiener Neustädter Volksschulen heute noch kennenlernen – meistens durch das „Franzlbuch“, in dem der kleine Franzl die Stadt erkundet. Einiges über die Wunder ist sicher überliefert, trotzdem haben sich über die Jahrhunderte auch Legenden und „G’schichtln“ um die Erzählungen entwickelt. Die teils verschiedenen Versionen, gesammelt und zusammengefasst, ergeben die folgenden 7 Wunder.
Zwei Flüsse fließen übereinander
Im Nordosten von Wiener Neustadt fließen zwei Flüsse übereinander: die Warme Fischa und der Wiener Neustädter Kanal. Um den Transport von Kohle oder anderen Gütern zu fördern, wurde 1797 mit dem Bau des Kanals begonnen. Ursprünglich war eine Wasserverbindung durch das Kaiserreich, von Wien bis nach Triest, geplant; unter anderem wegen des Vormarschs der Eisenbahn blieb es aber bei einer 63 Kilometer langen Strecke und der künstlich angelegte Fluss endet bei Wiener Neustadt. Auf seinem Weg kreuzt er einige Flüsse und Bäche, die mit Viadukten überbrückt wurden. Bei der Fertigstellung des Kanals 1803 war das eine Sensation. Obwohl es mehrere solcher Viadukte gibt – eines davon sogar nur wenig weiter südlich der Warmen Fischa, beim Kehrbach – wurde diese Flusskreuzung zu einem der 7 Wunder.
Der schwankende Boden
Am Ende des 12. Jahrhunderts wurde Wiener Neustadt gegründet, finanziert durch das Lösegeld für Richard Löwenherz. Als Festung gegen Ungarn sollte es dienen – so dringend war diese nötig, dass man die ungünstige Beschaffenheit des Standortes in Kauf nahm: Das südliche Wiener Becken war ein Sumpfgebiet. Der Erzählung nach war der Boden so feucht und schlammig, dass man beim Gehen das Gefühl hatte, der Boden schwanke unter den Füßen.
Eine Brücke schwebt in der Luft
Es handelt sich um eine Hängebrücke, die zwischen den beiden Türmen des Doms angebracht war. Über diese Brücke ist wenig bekannt; beim großen Stadtbrand von 1834 soll sie zerstört und nicht wieder aufgebaut worden sein. Auf jeden Fall aber war eine Brücke in solcher Höhe und zwischen zwei Kirchtürmen vor einigen Jahrhunderten besonders genug, um als Wunder in die Geschichte Wiener Neustadts einzugehen.
Ein Haus ganz ohne Nägel
Auch über dieses Wunder ist eher wenig bekannt. Es handelt sich um ein Haus beim Wiener Tor, das ganz ohne Nägel erbaut worden sein soll. Es heißt, der Besitzer habe sich keine Metallnägel leisten können, und sein Haus, mitsamt allen notwendigen Nägeln und Verbindungsstiften, aus Holz gefertigt.
Salat wächst auf den Bäumen
So wenig über einige nicht erhaltene Wunder bekannt ist, über dieses hier gibt es gleich zwei Versionen. Eine besagt, dass nach der Stadtgründung im sumpfigen Gebiet die Häuser – und Gärten – auf Holzpfählen errichtet worden sind, um sie zu stabilisieren. Der Salat, der dann
gepflanzt wurde, wuchs also sozusagen auf den Baumstämmen. Die zweite Version der Geschichte meint wiederum, die Salatbauern hätten Baumstämme und -zweige über ihre sumpfigen Felder gelegt, um besser darauf gehen zu können. Der Salat, der dazwischen wuchs, sah also aus, als würde er auf den Bäumen wachsen.
Eine Kirche, unter die ein Heuwagen passt
Das City Magazin berichtete an dieser Stelle bereits über die Georgskathedrale, die gleich zwei Wunder beherbergt. Eines davon gründet sich auf der Tatsache, dass diese Kirche nachträglich über einem der Burgtore der Militärakademie erbaut wurde. Durch das Tor konnte man natürlich weiterhin fahren und damit auch unter der Kirche durch. In der Zeit der Erbauung der Kathedrale, und auch in den darauffolgenden Jahrhunderten, waren Pferdewägen die Verkehrsmittel und ein voll beladener Heuwagen wohl die anschaulichste Möglichkeit, die besondere Eigenheit dieser Kirche zu demonstrieren.
Das Grab zwischen Himmel und Erde
Auch dieses Wunder ist in der Georgskathedrale zu finden. Maximilian I. kürte Wiener Neustadt zu seiner Lieblingsresidenz und hielt sich gerne hier auf – bis in den Tod. In seinem Testament verfügte er, in der Georgskirche begraben werden zu wollen. Da diese eben nicht auf Boden, sondern über dem Burgtor erbaut wurde, befindet sich sein Grab „zwischen Himmel und Erde“.







