HOT JOBS der Region:

loading
Jobsuche läuft...

    Jobs suchen:

    zur Detailsuche

    Stadtgespräch

    tornado, tornado

    Wiener Neustadt vom Tornado „gestreift“

    Am späten Nachmittag des 10. Juli 1916 braute sich zwischen Dreistetten und Bad Fischau ein heftiges Unwetter zusammen, das zu einer mächtigen Superzelle – eine Gewitterzelle mit rotie­renden Wolkentrichtern in der Luft – wurde. Einer davon bekam schließlich Bodenkontakt und fegte gegen 16.30 Uhr als mächtiger Tornado der Stärke F3 aus der Richtung Bad Fischau mit einer rasenden Geschwindigkeit über Wiener Neustadt hinweg. Heutigen Berechnungen zufolge kann auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 330 Stundenkilometern geschlossen werden. Die Windhose überquerte zuerst das Flugfeld und verwüstete anschließend die Josefstadt und die Lokomotivfabrik. Insgesamt hatte der Tornado­ eine Zuglänge von 15 Kilometern, seine Spur der Verwüstung reichte von Dreistetten bis Lichtenwörth. Nach Lichtenwörth löste sich der Wirbelsturm schließlich auf.

    5 Kilometer hohe Windsäule
    Diese zerstörerische Windhose war laut Wikipedia etwa einen Kilometer breit und drei bis fünf Kilometer hoch. Der nördliche Teil von Wiener Neustadt wurde komplett verwüstet und die neu errichteten Telegraphen- und Telefonmasten allesamt zerstört. Manche Häuser wurden regelrecht dem Erdboden gleichgemacht. Dabei hatten die Menschen noch Glück im Unglück: Zum Zeitpunkt der Katastrophe war in den meisten Fabriken schon Feierabend, weshalb auch kaum noch Leute dort waren. Wäre der Tornado eine halbe Stunde früher durch die Stadt gefegt, wären weit mehr Todesopfer zu beklagen gewesen.

    Kaiser spendete Geld für Wiederaufbau
    Dies war die schlimmste Tornado-Katastrophe, die sich je in Österreich ereignet hat. Sogar der Kaiser, Franz Joseph I., stellte Wiener­ Neustadt laut Wikipedia als Hilfestellung 10.000 Kronen zur Verfügung. Das Innen­ministerium spendete sogar einen Betrag von 100.000 Kronen für den Wiederaufbau der schwer zerstörten Stadt. Der gleiche Tornado könnte heute die fünffache oder sogar noch höhere Schadensbilanz verursachen, da Wiener Neustadt im Vergleich zu 1916 deutlich gewachsen ist und der Tornado 1916 die Stadt sozusagen im Norden nur „gestreift“ hat.

    Region Wiener Neustadt günstig für Tornados
    Die meisten Tornados treten in den Monaten Juni bis Ende August auf, mit dem Spitzenwert im Juli. Der Tageszeitpunkt des häufig­sten Auftretens von Tornados geht einher mit der Tagesspitzentätigkeit von Gewittern, von 15 bis 19 Uhr mit einem Spitzenwert um 17 Uhr. Für einen Tornado benötigt man ein heftiges Gewitter, das sowohl einen starken Auf- als auch Abwind hat. Dafür ist es wichtig, dass ein Gewitter genug Energie als Nährboden für eine lange Lebensdauer vorfindet und eine Hebungsquelle, welche die Luftpakete – Wolken – in hohe Atmosphärenschichten hebt, vorhanden ist. Diese Hebungsquelle ist in unserer Region die Umgebung um Rax und Schneeberg, aber auch um den Wechsel. Die Luft wird dabei gezwungen aufzusteigen und das Gewitter entsteht. Je energiereicher (feuchter und wärmer) die Luftpakete sind, die in höhere kalte Luft aufsteigen, beziehungsweise je stärker also die Temperatur- und Feuchte-Unterschiede in unterschiedlichen Höhen unserer Atmosphäre sind, desto stärker sind auch die daraus resultierenden Ereignisse.

    Wolkensäule mit freiem Auge erkennbar
    Der entscheidende Faktor, der Tornados im Bereich von Wiener Neustadt begünstigt beziehungsweise erst möglich macht, ist die so genannte Wind-Scherung. Meteorologisch ist Windscherung der Wechsel von unterschiedlichen Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen. Durch die Windzunahme in der Höhe ergibt sich eine Art horizontaler „Wirbel“ der Luft. Durch das Anheben und Absenken der Luft wird dieser horizontale „Wirbel“ in die Vertikale gebracht. Der Wolkentrichter ragt nun auf den Boden zu. Die „Tornadovorstufe“ wird erreicht. Hier ist bereits mit freiem Auge eine vertikale Wolkensäule zu erkennen.

    Nächster Tornado längst überfällig!
    Die Region um Wiener Neustadt zählt in puncto Wirbelstürme zu den Hot-Spots in Österreich. Insbesondere im Dreieck Neunkirchen, Sollenau und Leithagebirge liegt die Tornadowahrscheinlichkeit bei 20 Prozent pro Jahr. Zwischen 1900 und 2010 gab es zirka 5 Wirbelstürme. Die Dunkelziffer (nicht bekannte Fälle) liegt laut Unwetterstatistik.at bei 25 Prozent. Eines ist jedoch beängstigend: Ein neuerlicher Tornado ist bei uns längst überfällig ...

    Mit freundlicher Unterstützung von Mathias Stampfl (www.wetter-neustadt.at) 

     

    TORNADO-WARNSYSTEM IN ÖSTERREICH

    In Österreich gibt es bei Tornados ein überregionales Warnnetz: Skywarn Austria setzt im Falle einer Tornado-Sichtung in Österreich eine Warnung an die hauseigene Zentrale ab. Diese Meldung wird anschließend an die Wetterdienste, Einsatzorganisationen und Medien – indirekt somit an die Bevölkerung – weitergeleitet. Auf regionaler Ebene arbeiten die „2700 Wetterfrösche“ Mathias Stampfl und Thomas Schreiner (www.wetter-neustadt.at) mit der Feuerwehr Wiener Neustadt eng zusammen, die im Falle eines Tornados über das Telefon eine Meldung in die Bezirksalarmzentrale absetzen.

     

    TORNADOS ALLGEMEIN

    Tornados werden auch Großtromben, Windhosen (Wasserhosen) oder in den USA umgangssprachlich Twister genannt. In allen Fällen handelt es sich um ein und dasselbe Ereignis: einen kleinräumigen Wirbelsturm, der meist unter schweren Gewittern auftritt – nicht zu verwechseln mit Hurrikans. Dies sind Tropenstürme, die über Wasser (zum Beispiel im Golf von Mexiko) entstehen und einige tausend Kilometer breit sind. Tornados erstrecken sich nur über einige Meter bis einige Kilometer.

    Tornados treten eigentlich, außer an den Polen, überall auf der Welt auf – am häufigsten in den USA (Great Plains). Aber auch in Europa sind Tornados keine Seltenheit. Man schätzt zirka 500 bis 1.000 pro Jahr. In Österreich dürften es laut Unwetterstatisitk.at jährlich rund 10 bis 15 sein. Dies erscheint zwar wenig, dennoch kann jeder heftige Tornado Windspitzen zwischen 100 und 450 Stundenkilometern erreichen.
     

    Rubrik Stadtgespräch | Ausgabe 06/10

    MediaDaten 2012

    Die neuen MEDIADATEN 2012
    sind da!

    Hier können Sie unsere neuen MediaDaten für das Jahr 2012 downloaden.

    Download

    Cover 5/12 gross

    PDF-Downloads

    Hier können Sie die aktuelle & alle älteren Ausgaben als hochqualitatives PDF herunterladen.

    zu den PDF´s

    Das 2700 Wetter

    Das 2700 Wetter

    powered by Wetter Wiener Neustadt

    zum Wetter

    Design von Agentur die kueche   Internetlösung von dieSchraube