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    Stadtgespräch

    biogas, Fermentationsanlage zur Biogaserzeugung

    Umwelt-Vorzeigeprojekt in Wiener Neustadt

    Von Sophie Kaiser

    Die Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH (WNSKS) ist eine von vier Tochtergesellschaften unter dem Dach der Wiener Neustadt Holding. Zu den Kernaufgaben der WNSKS zählen unter anderem die Abfallentsorgung der Stadt und deren Region mit rund 110.000 Einwohnern, der Verkehrsbetrieb mit zirka 50 Linien- und Fernreisebussen für den öffentlichen Verkehr und der Gutshof, der unter anderem rund 350 Hektar landwirtschaftliches Ackerland bearbeitet.

    Biogas aus Bioabfällen

    Seit Beginn des Jahres 2009 beschäftigt sich ein Team der WNSKS intensiv mit der Realisierung einer eigenen Biogasanlage beziehungsweise Biogasproduktion durch Verarbeitung biogener Abfälle. Das Projekt sieht die Umstellung der bisherigen Kompostierung der Bioabfälle auf eine Fermentation – also auf eine eigene Erzeugung von Biogas – vor. Im Rahmen des Abfallwirtschaftsbetriebs werden die biogenen Abfälle getrennt von den Haushalten in Form der Biotonnen, in einem Ausmaß von über 10.000 Tonnen pro Jahr, in der Stadt und in den Umlandgemeinden gesammelt.

    Busbetrieb: Biogas statt Erdgas

    Das erzeugte Biogas wird mittels Membrantechnikverfahren auf Erdgasqualität aufbereitet. Dieses wird zukünftig einerseits dazu herangezogen, um über ein Blockheizkraftwerk den Eigenstrom für die gesamte Abfallbehandlungsanlage abzudecken. Andererseits werden bis zu 660.000 Kubikmeter pro Jahr in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist. Diese eingespeiste Gasmenge wird mithilfe einer Eigen-Gastankstelle im zirka 20 Kilometer entfernten Verkehrsbetrieb aus dem öffentlichen Gasnetz wieder entnommen und zukünftig zur Betankung von bis zu 30 Linienbussen des innerstädtischen, öffentlichen Verkehrs verwendet.

    Aus diesem Grund werden bereits seit rund zwei Jahren im Rahmen der Neubeschaffung die Linienbusse sukzessive auf Gasmotoren umgestellt. Derzeit sind bereits fünf Gasbusse, die noch mit Erdgas betrieben werden, im Einsatz. Jährlich sollen nun die Busse, die aus dem operativen Betrieb (auf Grund ihres Alters) ausgeschieden werden, durch neue, die ausschließlich mit Biogas angetrieben werden, ersetzt werden.

    Einsparung von jährlich rund 660.000 Litern Dieseltreibstoff

    Durch die Eigenproduktion von Biogas werden pro Jahr bis zu 660.000 Liter Dieseltreibstoff ersetzt und die Kohlendioxyd-Emissionen im städtischen Verkehr um ca. 1.800 Tonnen pro Jahr reduziert. Gleichzeitig wird durch die Umstellung ein massiver Beitrag zur Feinstaubentlastung für die Stadt Wiener Neustadt und ihre Bewohner geleistet. Die überschüssigen Gärreste der Biogaserzeugung haben ähnlich hohe Qualität der Stufe A+ wie der Kompost, der derzeit noch aus den Biotonnen-Inhalten erzeugt wird. Diese Überreste aus der Gasproduktion werden zukünftig für die Bodenverbesserung der landwirtschaftlichen Flächen des Eigenbetriebs (Gutshof) herangezogen, wodurch letztendlich eine deutliche Verbesserung der Humusversorgung des sehr trockenen „Steinfelds“ ermöglicht wird. Mit dieser letzten Stufe schließt sich auch dieser Umweltkreislauf wieder. Von der Entstehung biogener Stoffe über den Verbrauch durch die Haushalte – der Gewinnung von Energie durch Bioabfälle und letztendlich deren Rückgabe der Reststoffe an die Natur.

    Baubeginn: März 2010

    Die Planungsphase wurde bereits beendet. Der Baubeginn der Biogasanlage wird (unter Berücksichtigung der Witterung) März 2010 sein, die Inbetriebnahme um den Jahreswechsel 2010/2011 stattfinden.

    „Mit der Entscheidung zur Freigabe und Umsetzung dieses Generationen übergreifenden und nachhaltigen Umweltprojekts wurde eine neue Dimension im Hinblick auf die Klima- und Umweltentlastung unserer Stadt- und Region gesetzt“, so Peter Eckhart, Geschäftsführer Wiener Neustädter Stadtwerke & Kommunal Service GmbH: „Ohne die Bereitschaft, Zustimmung und aktive Unterstützung der Eigentümer – und hier im Speziellen durch Bürgermeister Bernhard Müller – wäre die Umsetzung dieses Vorzeigeprojekts nicht möglich gewesen, womit das Stadtoberhaupt abermals ein klares Bekenntnis zu einer umweltbewussten Entwicklung der Stadt abgegeben hat. Die Realisierung der Biogasanlage wird ein weiteres Zeichen all dieser Bemühungen sein.“

    Quelle: Peter Eckhart

    Rubrik Stadtgespräch | Ausgabe 12/09

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