Stadtgespräch
Einer, der auszog, den Takt vorzugeben – ein musikalischer Kosmopolit
Franz Bauer-Theussl, 1928 in Zillingdorf geboren, absolvierte seine musikalische Ausbildung in Wien – er studierte Klavier an der Akademie für Musik und darstellende Kunst. Während seiner Tätigkeit als Assistent von Professor Ferdinand Großmann begleitete er den Akademiechor auf vielen Tourneen durch Europa. Clemens Krauss, dessen letzter Schüler Franz Bauer-Theussl war, gab ihm schließlich den Rat, direkt in den Dirigentenberuf einzutauchen. Diesem leistete er Folge und wurde Kapellmeister in Baden. Von 1953 an war er als Opernchef am Landestheater Salzburg tätig und assistierte unter anderem Clemens Krauss, Willhelm Furtwängler und Bruno Walter des Öfteren bei den Salzburger Festspielen. 1957 feierte er im Alter von 28 Jahren sein Debüt an der Wiener Volksoper, wo er rund drei Jahrzehnte tätig war. Von 1960 bis 1964 weilte er als Generalmusikdirektor in Amsterdam, ebenso war er 12 Jahre lang ein wichtiger Bestandteil der Bregenzer Festspiele. Mittlerweile ist Professor Bauer-Theussl Ehrenmitglied der Wiener Volksoper.
Mitbegründung der Seefestspiele Mörbisch
Besondere kulturelle Bedeutung erlangte Franz Bauer-Theussl als Mitbegründer und Dirigent der Mörbischer Seefestspiele. Unter seiner musikalischen Leitung wurden „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss (1958), „Der Zigeunerbaron“ ebenfalls von Johann Strauss (1959, 1960, 1981 und 1986), „Gräfin Mariza“ vom Emmerich Kálmán (1959 und 1979), „Viktoria und ihr Husar“ von Paul Abraham (1960), „Die Csardasfürstin“ von Emmerich Kálmán (1961), „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár (1976), „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán (1978 und 1984), „Die Fledermaus“ von Johann Strauss (1980), „Ein Walzertraum“ von Oscar Strauss (1982), „Die gold’ne Meisterin“ von Edmund Eysler (1983) und „Im Weißen Rößl“ von Ralph Benatzky (1985) inszeniert. In den Jahren 1959, 1960 und 1961 wurde er bei der musikalischen Leitung von Wilhelm Pietschnigg, beim „Weißen Rößl“ von Uwe Heimer und 1986 von Rudolf Bibl unterstützt. Auch durch seine Zusammenarbeit mit dem Wiener Johann-Strauss-Orchester ab dem Jahre 1992 wurde er öffentlich immer bekannter – sei es durch Fernsehauftritte (unter anderem als Klavierbegleitung von Heinz Conrads), Konzerte in Polen und Tschechien oder Tourneen durch China und Südamerika. Zudem hat der Dirigent auch das Amt des Generalsekretärstellvertreters der Johann Strauss-Gesellschaft Wien, die sich die „Pflege des Schaffens der Familie Strauss im Speziellen sowie der Wiener Tanz- und Operettenmusik im Allgemeinen“ zum Ziel gesetzt hat, inne.
Auszeichnungen und Jubiläum
Ebenfalls großen Einfluss hatte Franz Bauer-Theussl auf die positive internationale Positionierung der Operettenfestspiele Bad Ischl. Seinen ersten Auftritt in Bad Ischl absolvierte er im Rahmen eines Festkonzerts zum 100. Geburtstag von Franz Lehar im April 1970. Kurz darauf ließ er sich für einige Jahre, in denen er den ORF-Oberösterreich musikalisch unterstützte, in Unterach am Attersee nieder. Einem großen Publikum ist Professor Bauer-Theussl auch daher ein Begriff, weil er regelmäßig die sonntägigen Radiosendungen von Heinz Conrads mit dem Klavier untermalte. In Bad Ischl dirigierte er „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller (2001), „Das Land des Lächelns“ von Franz Lehár (2002) und „Die Fledermaus“ von Johann Strauss (2003). Für seine kulturellen Verdienste für die Operettenfestspiele Bad Ischl wurde Franz Bauer-Theussl im Jahre 2003 vom oberösterreichischen Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer mit der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.
Im Jahre 2008 feierte Professor Bauer-Theussl seinen 80. Geburtstag.
Auch im stolzen Alter von 80 Jahren denkt der berühmte Zillingdorfer noch nicht daran, leiser zu treten. So erschien erst vor einem Jahr die von ihm dirigierte und vom Wiener Staatsopernorchester dargebrachte Opera buffa „Zar und Zimmermann“, komponiert von Albert Lortzing. Auch im stolzen Alter von 80 Jahren denkt der berühmte Zillingdorfer noch nicht daran, leiser zu treten. So erschien erst vor einem Jahr die von ihm dirigierte und vom Wiener Staatsopernorchester dargebrachte Opera buffa „Zar und Zimmermann“, komponiert von Albert Lortzing.
Quellen: Johann-Strauss-Orchester, Seefestspiele Mörbisch,
Johann-Strauss-Gesellschaft, Ö-Journal 08/03




