Stadtgespräch
Erlebniswelt Stadtbücherei
Zirka 50.000 Medien (Bücher, DVDs, Hörbücher, Zeitschriften etc.) umfasst die Stadtbücherei Wiener Neustadt – und es werden monatlich mehr. Kein Wunder also, dass der alte Standort in der Herzog-Leopold-Straße bereits aus allen Nähten platzt. Doch diese Probleme gehören ab 1. Dezember der Vergangenheit an, denn dann befindet sich die Stadtbücherei am Ferdinand-Porsche-Ring 3 – und dieser Standort ist doppelt so groß wie der alte: Statt 405 Quadratmetern stehen Büchereileiter Robert Mech und seinem Team sowie den Neustädter „Leseratten“ 825 Quadratmeter zur Verfügung.
Forum für Kulturen und Generationen
„Eine öffentliche Bibliothek hat eine sehr starke soziale Bedeutung, vor allem im Integrativbereich“, so Mech: „Sie ist Kommunikationstreffpunkt für Jung und Alt, für In- und Ausländer und viele mehr. Am alten Standort haben wir jedoch keinen Platz, um diese Rolle zu forcieren.“ Damit ist ab 1. Dezember Schluss: Die „neue“ Stadtbücherei entspricht modernsten Standards und repräsentiert einen Ort mit Wohlfühlcharakter und Aufenthaltsqualität, ein offenes Forum für Kulturen und Generationen.
Erlebniswelten für Kinder und Erwachsene
„Die Medien werden nach Erlebnisräumen geordnet“, so Mech weiter: „In den einzelnen Erlebniswelten gibt es Platz zum Entspannen und Genießen, Lernen und Recherchieren, zum Arbeiten, Kaffee trinken und Zeitung lesen oder zum Spielen und Notebook schmökern.“ Die einzelnen Erlebnisräume variieren in ihrer Ausstattung je nach thematischen Schwerpunkten. Fixe Bestandteile aller Räume sind Recherche-PCs für den Einstieg in den OPAC Bestandskatalog der Bücherei, eine Schmökerinsel und ein Arbeitsplatz, an dem man das eigene oder von der Bücherei geliehene Notebook ungestört nutzen kann. Zusätzlich wird noch ein separater Studienraum angeboten, der von Schülern oder Studenten zum gemeinsamen Lernen genutzt werden kann. Ebenso gelungen wie der Erwachsenenbereich ist auch die Kindererlebniswelt mit Leseplätzen in einer Ritterburg, einer Weltraumrakete und vielem mehr.
Die Stadtbücherei als WLAN-Hotspot
Im multifunktionalen Empfangsbereich, eine Art Library-Lounge, finden Information und Orientierung statt. Dort befindet sich auch ein gemütliches Lesecafé, in dem man in Ruhe Kaffee trinken und Zeitung lesen oder schmökern kann. Weiters gibt es eine Garderobe mit Taschenschränken, Informationsmaterialien, Thementische und vieles mehr. Ein zusätzlicher Verleih technischer Geräte, wie zum Beispiel Notebooks oder e-Reader, zur Nutzung im Haus oder kurzfristigen Nutzung außerhalb in Form eines Tagesverleihs erweitert das Angebot der Stadtbücherei und macht sie zu einem regelrechten WLAN-Hotspot.
Topmodern und zeitgemäß
Modern und trendy sind allerdings nicht nur das Angebot und die Ausstattung der Stadtbücherei, sondern auch ihre Einrichtung. „Die Farbe Rot zieht sich als Leitfarbe durch die gesamte Stadtbücherei“, ist Mech begeistert, denn er und seine Mitarbeiter durften diese Farbe aussuchen. Weiters wurde für die Regale nur helles Holz verwendet, um die Räumlichkeiten hell, anregend und freundlich zu gestalten.
Das 2700 Fazit: Die Stadtbücherei ist nicht wiederzuerkennen. Am neuen Standort konnte ein topmodernes und absolut zeitgemäßes Konzept realisiert werden, das keine Wünsche offenlässt und allen Alters- und Kulturgruppen ein breit gefächertes Angebot bietet. Die Stadtbücherei Wiener Neustadt, ein Betrieb der Kultur Marketing Event Gmbh (KME), steht den großen Büchereien nun um nichts nach.
Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch und Freitag: 9 bis 18 Uhr
Donnerstag und Samstag: 9 bis 12 Uhr
Die Stadtbücherei historisch betrachtet:
Im Jahr 1881 wurde die Wiener Neustädter Stadtbücherei als Gewerbliche Freibibliothek eröffnet. Träger war die Gesellschaft für gewerblichen Unterricht und allgemeine Volksbildung. Finanziert wurde die Bücherei aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden der Gewerbeunternehmer, Subventionen der Sparkasse und Zuwendungen der Stadtgemeinde. 1899 wurde die Bibliothek von der Stadt Wiener Neustadt übernommen und als Städtische Freibibliothek am Standort im so genannten „Trauerhaus“ (Hauptplatz 2) weitergeführt. Dieses hatte seinen Namen von der Besitzerfamilie Trauer, in deren Eigentum sich das Haus bis 1881 befand. 1921 übersiedelte die Bücherei in die Augustingasse 1 (ehemaliges Offiziershaus) und wurde fortan als Städtische Bücherei betrieben. 1924 verwaltete die Städtische Bücherei rund 7.000 Bücher. 1.104 Leser zahlten monatlich 3 Groschen Mitgliedsbeitrag und 2 Groschen Ausleihgebühr. In diesem Jahr fanden 36.000 Entlehnungen statt. Der Verkauf des Offiziershauses in der Augustingasse im Jahr 1935 erforderte eine neuerliche Übersiedlung der Bücherei. Sie wurde in das Haus Pfarrplatz 1 (Bürgerspital) verlegt. 1945 wurde sie als klassische Stadtbücherei mit vollem Ausleihbetrieb geführt. Am 16. März 1945 zerstörte jedoch eine Fliegerbombe die Büchereiräume. Tausende von Büchern wurden dabei vernichtet und die Bücherei wurde geschlossen. Im September konnte der Betrieb der Stadtbücherei in den Räumlichkeiten in der Herzog-Leopold-Straße 21 wieder aufgenommen werden. 1950 zählte die Stadtbücherei bereits 1.585 aktive Leser, das waren damals 4,9 Prozent der Bevölkerung von Wiener Neustadt. In den Fünfziger-Jahren wurde die Stadtbücherei schließlich vom Thekenbetrieb auf Freihandausleihe umgestellt. 1954 wurde dann die Jugendbibliothek eröffnet. In den Neunziger-Jahren wurde die Stadtbücherei großzügig renoviert und es wurden auch neue Regale angekauft. 1993 wurde mit der Einrichtung einer Mediathek begonnen. Es folgten Anschaffungen von CD-Roms, Videos und PCs. Seit 1999 gibt es den Online-Katalog OPAC, der den gesamten Bestand der Stadtbücherei umfasst, und seit 2000 freien Internetzugang von büchereiinternen PCs.
Quelle: Robert Mech: „Die Stadtbücherei Wiener Neustadt. Chronik und Analyse.“
Die Medienbereiche im Überblick
Erlebniswelt Literatur: Belletristik (ca. 15.000 Bücher), Hörbücher (ca. 1.000), DVDs (ca. 1.000), Lyrik, Klassiker, Dramatik, Reclam-Hefte, Sekundärliteratur, Literaturgeschichte, Autorenporträts, Biografien.
Erlebniswelt Wissen: Sachbücher (ca. 18.000), Sachmedien nach Interessenskreisen thematisch sortiert, Historisches & Biografisches, Länder nah & fern, Wirtschaft & Gesellschaft, Kunst modern & klassisch, Gesundheit & Lebensgestaltung, Wissenschaft & Technik etc.
Lernwelt: Studienplätze, PCs, Internetzugang, Sprachkurse, Lexika, Lernhilfen, Pädagogik, fremdsprachige Literatur (ca. 3.000 Medien)
Kinderwelt: Ausstattung: Kuschelecke, Spielecke, Vorlesesofa, Lesematratzen. Bestand: Bilderbücher, Vorlesegeschichten, klassische und moderne Kinderbücher und –sachbücher, Hörbücher, Zeichentrickfilme, Kinderfilme bis 12 Jahre (ca. 8.000 Medien)
Jugendcorner: Ein eigener Bereich mit gemütlicher Atmosphäre, um zu relaxen und zu chatten, auf der Couch „abzuhängen“, Freunde zu treffen und zu plaudern oder zu lernen bzw. das nächste Referat vorzubereiten. Einfach ein Freiraum für alle zwischen 12 und 16 Jahren. Vorhandene Jugendmedien: ca. 4.000 Stück
Veranstaltungswelt & Lesecafé: Zeitungen & Zeitschriften, Lesungen, Information. Multifunktionaler Bereich, in dem ca. 50 Monatszeitschriften und die Wiener Neustädter Zeitungen aufliegen, ergänzt mit Informationsmaterialien.










