Sport & Gesundheit
Klasse statt Masse
Was genau ist eigentlich ein Skibob?
Der Skibob / Snowbike von heute ist, gemäss FISB, ein technisch ausgereiftes einspuriges Sportgerät. Die Skipisten werden mit dem Skibob / Snowbike sitzend und immer mit angeschnallten Fusskiern befahren. Der Skibob / Snowbike besteht aus einem Rahmen, einer Sitzbank, einem Lenker, einem Vorder- und Hinterski und zwei Fusskiern.
Die Renndisziplinen
Die Einteilung der Disziplinen im Skibob erfolgt gleich wie in den alpinen Skidisziplinen: Slalom, Parallelslalom, Riesenslalom, Super-G, Abfahrt und Alpine Kombination. Weiters existieren Hochgeschwindigkeitsfahrten, bei denen im Jahr 2003 auf einer speziellen Piste in Les Arcs 201,58km/h erreicht werden konnten.
Der Skibob Sport in Wiener Neustadt
Es war im April 2010, als der Verein Skibobverein SBC Wiener Neustadt gegründet wurde. Gründungsmitglied und auch erster Obmann des Vereines ist Christoph Dippold. Für die erste Saison wurde eine kleine, aber sehr starke Mannschaft gebildet. Als Spitzenfahrerin kam Iris Lienhard, zuvor Gesamtweltcupsiegerin 2009 und 2010 für den SBC Pernitz-Unterberg, zum Verein. Sie konnte die Erwartungen erfüllen und wurde bei den österreichischen Staatsmeisterschaften in Spital am Semmering zweifache Staatsmeisterin (SL und Komb.) sowie zweifache Vizestaatsmeisterin (RTL und Super-G). Bei der WM in Nauders (T) wurde sie Weltmeisterin im Slalom. Als Draufgabe gab es auch noch Bronze in der Kombination.
Der Nachwuchs im Vormarsch
Besonders groß geschrieben wird in Wiener Neustadt auch die Nachwuchsförderung. So hat der SBC gleich 3 Topnachwuchsathleten in seinen Reihen. Alle drei stammen aus der Familie Gamper und treten scheinbar in die Fußstapfen ihrer so erfolgreichen Mutter Petra Wlezcek, ihrerseits 15-fache Weltmeisterin und 41-fache Staatsmeisterin.
Patrick Gamper, er startet in der Klasse „Schüler männlich 2“ wurde 2-facher österreichischer Schülermeister im Slalom und Riesenslalom. Bei der Schülerweltmeisterschaft in Lungötz (S) konnte er sich zum 3-fachen Weltmeister (SL, Super-G und Komb.) küren. Auch der Sieg in seiner Klasse im Austria-Cup (eine Rennserie aus 8 Läufen) war ihm nicht zu nehmen.
Sein Bruder Florian Gamper (Klasse „Schüler männlich 1“) wurde am Stuhleck (St) 4-facher österreichischer Meister. Bei der Schüler-WM wurde er dreifacher Schülerweltmeister (RTL, SL und Komb.). Nur im Austria-Cup musste er sich seinem Zwillingsbruder Mario Gamper um einen Punkt geschlagen geben. Mario wurde bei den österreichischen Meisterschaften vierfacher Vizemeister, bei der WM wurde aber auch er Schülerweltmeister, er gewann den Super-G.
Die Geschichte des Skibobs
Im letzten Jahrhundert versuchten Erfinder immer wieder Schneefahrzeuge zu entwickeln, die etwa die Funktion ausüben, die der heutige Skibob erfüllt.
Jahr 1892
1892 meldete der Amerikaner John C. Stevens aus Hartford, ein US-Patent für ein Schneefahrrad an. Als Vorbild diente ihm ein normales Fahrrad, dessen Vorderrad er durch eine Schlittenkufe ersetzte und dessen Hinterrad zwischen zwei Schlittenkufen lief. Dieses Gerät ist wie viele der folgenden nie aus dem Entwicklungsstadium herausgekommen.
Jahr 1911
Bekannt geworden sind noch um die Jahrhundertwende ein sogenannter „einspuriger Schlitten“, sowie um 1910 die Schweizer Erfindungen wie:
• Schneevelo
• Monogleit
• Velo-Gemel
Diese Geräte benötigten spezielle Schneefahrbahnen mit Auslauf.
Jahr 1941
In diesem Jahr erfand der Spanier Enrique Nunes - wie schon viele vor ihm - ein verbessertes „Schneevehikel“. Nach dem zweiten Weltkrieg baute man dieses, um das Skifahren zu modernisieren oder auch als Ersatzlösung für versehrte Geräte, die dem „einspurigen Schlitten“ ähnlich waren. Anstelle der Kufen wurden später Skier montiert und daraus entstand des Zwittergerät Skibob.
Jahr 1946/47
Im bayrischen Kiefersfelden wurde von Georg Gfällner sen. ein Gerät entwickelt das dem Schweizer Monogleit oder Schneevelo glich. Georg Gfällner sen. verfeinerte die Stoßdämpfung durch einen eiförmigen Schwingrahmen und baute wie beim Motorrad Fußraster daran an.
Dieses Gerät (Gfäller-Ei) wurde auf Bob- und Rodelpisten, bei Schijöring und später auch auf Schipisten gefahren. Sein Name wurde am 25.10.1951 als „SKIBOB“ in das Handelsregister für Geschäftsbetriebe, Herstellung und Vertrieb von Wintersportgeräten von Georg Gfällner jun. eingetragen. Georg Gfällner jun. (FISB-Präsident 1961-1976) erkannte den großen Wert des Skibobs als Wintersportgerät und baute des „Gfäller-Ei“ in Deutschland serienmäßig.
Jahr 1952
In Österreich wurde parallel zum Skibob (Gfäller-Ei) aus Bayern von Engelbert Brenter aus Hallein ein sogenannter Sitzschi gebaut, der alle Merkmale des heutigen Schibob besitzt (Patent angemeldet am 2.10.1952).
Dieses Gerät hatte anstelle der Kufen Skier und der Fahrer, um eine bessere Fahrsicherheit zu haben, unter den Schuhen mittels einer Skibindung Fußskier befestigt. Erst durch diese Kombination, konnte man alle Techniken des modernen Skilaufes, wie Gleiten und Schwingen nachvollziehen und erfüllte alle Ansprüche des heutigen Skibobsports.
Jahr 1958
Erst 1958 wurde der Kontakt durch Georg Gfäller jun. (der erstmals in der Kinowochenschau Halleiner Sitzskifahrer sah) und den Brüdern Erich und Willi Brenter hergestellt. Beim ersten gemeinsamen Skibobrennen zu dem Georg Gfäller die Halleiner nach Hausham/D lud, war der „Brenter-Sitzski“ dem „Gfäller-Ei“ überlegen. Seit dieser Begegnung taufte Erich Brenter seinen hölzernen „Sitzski“ in Skibob um und Georg Gfäller jun. benützte zu seinem Gerät Fußskier.
Diese gegenseitige Befruchtung hatte einen weltweiten Aufschwung des Skibobsportes zur Folge. Eine eigene Wettlaufordnung wurde geschaffen (IWO), durch Georg Gfäller zusammengestellt und durch Hubert Pittner / A später laufend verfeinert. Es entstanden Skibobfabrikationen in allen Alpenländern. Skibob-Clubs wurden gegründet und Schibobveranstaltungen durchführten. Ein neuer Sport war geboren.
SBC Wiener Neustadt
Christoph Dippold
Volksbadg. 2b
2700 Wr.Neustadt
sbcwn@gmx.at















