Sport & Gesundheit
Gehst du gut, dann geht’s dir gut!
Häufige Fußfehlstellungen im Kindergartenalter sind Knick-Senkfüße, Fersenfehlstellungen, seltener Sichelfüße. Klumpfüße werden sofort nach der Geburt behandelt. Ein Plattfuß ist vor dem 6. Lebensjahr normal und muss nicht behandelt werden, denn das Fußgewölbe richtet sich erst in etwa nach dieser Zeitspanne auf.
Die Fußstellung wird von verschiedenen
Faktoren beeinflusst:
1) Ernährung, Verdauung:
Verdauungsstörungen, Blähungen und Fehlernährung können zu Beckenfehlstellungen und -verdrehungen führen, die auch die Fußstellung beeinflussen. Die Ursprünge und Ansätze wichtiger Muskeln können dadurch nicht ihre volle Kraft nützen und ermüden bei chronischer Fehlbelastung. Schmerzen oder Ausgleichsbewegungen – Abrollen über den Fußaußenrand – sind die Folge.
2.) Zahnstellung:
Bei Fehlbiss kommt es über Aktivierung von Muskelketten auch zu einer Fehlstellung der Füße und umgekehrt. Bei Fußfehlstellungen sollte die Zahnstellung daher immer ebenfalls untersucht werden.
3.) Überlastung, chronische Infekte, Stress:
Diese führen zu Ermüdung der fußstabilisierenden Muskulatur.
Einlagen sind sinnvoll
Viele fußtechnische Probleme können durch die Verwendung von Einlagen ausgeglichen werden. Die Anpassung erfolgt entweder durch einen Abdruck der Fußstellung oder nach Gipsmodellierung am hängenden, nicht belasteten Fuß. Alternativ dazu gibt es auch sensomotorische Einlagen, welche die Muskulatur beim Abrollvorgang aktivieren, und spiraldynamische Einlagen: Hierbei wird der Fuß in die Optimalposition gebracht und danach ein warmer Rohling geformt und angefertigt. Dadurch wird der Fuß bei jedem Schritt optimal geführt. Die Ferse bleibt stabil, der Vorfuß hat völlige Bewegungsfreiheit. Viele Kinder benötigen diese Einlage nur ein bis zwei Jahre.
Für Interessierte: www.jurtin.at
Tipps für den Schuhkauf
1. Testen Sie vor dem Schuhkauf dessen Stabilität: Lassen Sie ihn über die Ferse abrollen. Ein stabiler Schuh darf einmal vor und zurückschaukeln, dann soll er stabil und ruhig stehen. Schaukeln ist ein Zeichen von mangelnder Stabilität. Die Sohle soll rutschfest, das Obermaterial atmungsaktiv sein.
2. Messen Sie die Fußgröße Ihres Kindes und die Innenmaße des Schuhs: Für die Großzehe soll ein Spielraum von 1,3 bis 1,5 Zentimetern bleiben – für Größenwachstum und Längenzunahme des Fußes bei Belastung!
Achtung: Die Größenangaben der verschiedenen Schuhmarken können um mehrere Schuhgrößen differieren!
3. Betrachten Sie den Schuh von hinten: Die Ferse soll gerade stehen. Nicht selten steht ein Schuh gerade, der andere schräg.
4. Beobachten Sie Ihr Kind beim Gehen mit den Schuhen, die Sie kaufen wollen, und fragen Sie Ihr Kind, ob es sich in den Schuhen wohlfühlt.
5. Der Schuh soll ein normales Fußbett haben – Bettungen á la Birkenstock sind abzulehnen, weil der Fuß sich dieser Form anpassen muss anstatt sich frei zu entfalten und entwickeln.
Achten Sie im Alltag darauf, dass die Kinder nicht auf den Fersen sitzen! Dadurch kann die normale Hüftentwicklung gestört werden. Vor allem Kinder mit X-Beinen neigen dazu.
Der Fuß ist das Fundament für alle Gelenke einschließlich der Wirbelsäule bis zum Kopf! Wenn Gangbild oder Fußstellung Ihres Kindes auffällig erscheinen, konsultieren Sie bitte ihren Hausarzt oder einen Orthopäden.
Dr. Gerhard Friedl
Markt 114/2, 2880 Kirchberg/Wechsel,
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