Sport & Gesundheit
„Medikament“ Bewegung
Eine skandinavische Studie an 10.000 Frauen untersuchte, ob Bewegung einen Einfluss auf die Lebensdauer hat. Die Zahlen sprechen für sich:
Sterblichkeitsrate bei 10.000
skandinavischen Frauen
Sitzend 39
Regelmäßig Sport 16
Sehr fit 1
Tod durch Krebs
Ohne Fitness 16
Mäßige Fitness 10
Sehr fit 1
Wie jedes Medikament, ist auch das „Medikament“ Bewegung von der Dosis abhängig – das heißt, mit welcher Herzfrequenz über einen bestimmten Zeitraum belastet wird. Wenn Sie ein optimales Training durchführen möchten, empfehle ich Ihnen, einen Laktattest machen zu lassen (z. B. im IMSB Wiener Neustadt oder SGZ Aspang). Dieser Test kann sportartspezifisch durchgeführt werden: für Läufer am Laufband, für Radfahrer am Fahrrad. Für Gesundheitsbewusste eignet sich die Carvonenformel, die Dr. Werner Schwarz modifiziert hat (siehe Tabelle). Vor Sportbeginn empfehle ich generell eine sportmedizinische Untersuchung mit EKG Abklärung.
Dosierung
Laktatgesteuert nach Leistungstest
Herzfrequenzorientiert
Laufen (Carvonen, mod. nach Dr. Schwarz)
Ruhepuls + (220 – (0,75 x Alter) – Ruhepuls) x 0,6
Bsp.: 75 + (220 – (0,75 x 50a) – 75) x 0,6
75 + 109,6 = 110,7 +/- 5
105–115 Puls pro Minute
Den Ruhepuls ermittelt man am besten in der Früh, noch im Bett liegend. Täglich gemessen gibt er uns auch wertvolle Auskünfte für die Trainingssteuerung. Steigt der Ruhepuls ungewohnt hoch, ist Schonung angesagt. Typische Ursachen dafür sind Infekte, aber auch beginnendes Übertraining kann sich so zeigen. Eine Verbesserung der körperlichen Leistung wird durch richtige Belastung und darauffolgende Erholung erzielt. Bei niedriger Trainingsintensität kann öfter trainiert werden, bei vollständiger Auslastung ist eine längere Erholung von 2 bis 3 Tagen notwendig. Nach ausreichender Erholung verbessert sich das Leistungsniveau. Zu diesem Zeitpunkt sollte der nächste Trainingsreiz erfolgen. Lässt man den geeigneten Zeitpunkt verstreichen, stellt sich der Körper wieder auf das ursprüngliche Leistungsvermögen ein.
Je nach Trainingszustand kann die Dauer der Belastung gewählt werden. Spätestens nach einigen Wochen spüren Sie den Effekt des Trainings. Dann bewältigen Sie den Alltag „locker, leicht, lächelnd“, wie es Dr. Strunz propagiert. Er selbst wurde vom Raucher und Bewegungsmuffel zum begeisterten Ausdauersportler.
Effekte des „Medikaments“ Bewegung
Nach der Arbeit wirkt Bewegung an frischer Luft befreiend, Verspannungen lösen sich und überschüssiges Adrenalin wird rasch abgebaut. Sauerstoff wirkt antidepressiv. Alle Organe profitieren von der guten Durchblutung, Stoffwechselschlacken werden abtransportiert und die Funktionsweise von Leber, Nieren, Lunge, Herz, Gehirn etc. verbessert. Sinkt die Herzfrequenz von 75 pro Minute auf 55, bedeutet das eine unglaubliche Schonung des Herzmuskels, der 28 Schläge weniger durchführen muss. Der Blutdruck sinkt nach der Belastung, damit werden die Blutgefäße schonender beansprucht. Der Bewegungsapparat wird durch zunehmend kräftigere Muskeln entlastet, der Rücken entspannt sich, die Wirbelsäule wird wie von einem körpereigenen Mieder stabilisiert.
Schwierige Anfangsphase
Bei den meisten Menschen ist der Beginn der regelmäßigen Belastung die schwierigste Phase. Dabei helfen Freunde, die den wohltuenden Effekt von regelmäßiger körperlicher Belastung schätzen und wertvolle Erfahrungen weitergeben können. Viele Vereine in der Umgebung freuen sich über neue Mitglieder und bieten sich gerne an, Neulinge beim Start zu unterstützen.
Hersteller: „Firma“ Gott & Sohn
Das „Medikament“ Bewegung ist sehr kostengünstig, jederzeit erhältlich, bei richtiger Anwendung nebenwirkungsfrei und sehr wirksam. Es kann mit allen anderen Medikamenten kombiniert werden, eine Reduktion bestehender Medikamente ist meistens die Folge.
Dr. Gerhard Friedl
Markt 114/2, 2880 Kirchberg/Wechsel,
Schreyergasse 13, 2700 Wr. Neustadt
Tel: 0664/2122555,
Web: www.diepraxis.at
E-Mail: drgerhardfriedl@diepraxis.at



