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    Die Perle am Meer

    Seit 2002 besteht zwischen Wiener Neustadt und Desenzano del Garda eine Städtepartnerschaft. (Weitere Partnerstädte: Monheim am Rhein in Deutschland, seit 1971 / Harbin in China, seit 2008 – das City Magazin berichtete). Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die Traumstadt Desenzano del Garda näher vor:

    Mit ihren mehr als 25.000 Einwohnern ist Desenzano del Garda­ die größte Stadt am Gardasee und liegt am weiten Golf westlich der Halbinsel von Sirmione, am Hang eines Moränenhügels in der Provinz Brescia in der italienischen Region Lombardei. Um den Hafen und in der Altstadt bezeugen wunderschön restaurierte­ Handelshäuser die lange Tradition Desenzanos als eines der wichtigsten Handelszentren Oberitaliens. An den vielen edlen Geschäften, dem großen Yachthafen und der eleganten Flaniermeile entlang des Sees zeigt sich der bis heute anhaltende Wohlstand der Stadt. Außerdem ist Desenzano Bischofssitz, Standort höherer Schulen sowie attraktiver Einkaufsort und hat mit seinen vielen Bars und Diskotheken ein buntes Nachtleben zu bieten. Die Lage an der Bahnstrecke Mailand – Venedig macht es zu einem wich­tigen Knotenpunkt für Bahnreisende.

    Historischer Stadtkern & Strandpromenade
    Taucht man als Besucher in den historischen Stadtkern ein und ergibt sich dem Zauber der spürbaren Vergangenheit, beginnt man zu ahnen, wie diese lebendige Stadt in ihrer Blütezeit pulsiert hat. Fast kann man die Gerüche der Gewürze, des Getreides, der Tiere,­ der Speisen und die feinen Nuancen der Odeurs, der „profumo delle Signore“, riechen. Die einzigartige, authentische Kulisse der Strandpromenade „Cesare Battisti“ erfüllt auch heutzutage noch jeden Dienstag ein riesiger Wochenmarkt mit buntem Lebenabwechslungsreich wie die Facetten eines Regenbogens, getragen von der gastfreundlichen Mentalität der Einheimischen.

    Wahrzeichen Alter Hafen
    Wandert man weiter durch die historischen Straßen, gelangt man an die Mole von Desenzano del Garda und hat einen unvergleichbar schönen Blick auf den Leuchtturm. Und da sind wir auch schon auf der malerischen „Piazza Malvezzi“ am Alten Hafen: Da kommt keiner vorbei, der Desenzano del Garda entdecken will. Unzählige Grußkarten ziert dieses unvergessliche, gleichzeitig bedeutendste Wahrzeichen der Stadt. Dort finden sich auch das imposante „Alpinisten-Denkmal“ (das „Castello“) mit seinen unzähligen kleinen Abenteuer-Möglichkeiten, das „Teatro Alberti“ und die „Statue von Angela Merici“.

    Zeugen der Vergangenheit
    Vom historischen Alter Desenzanos zeugen zahlreiche alte Bauwerke, wie die Kirche Santa Maria Maddalena, die 1586 errichtet wurde. Absolut sehenswert ist auch die Villa Romana, ein rund 1.000 Quadratmeter großer römischer Gutshof, dessen Überreste im Jahr 1921 beim Bau eines Hauses entdeckt wurden. Die Villa gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse von großen spätantiken Villen Norditaliens. Die Villa Romana gilt heute als wichtiges Beispiel dieser Wohnform in Norditalien. Erhalten blieben die 240 Quadratmeter großen Reste von Bodenmosaiken und die Hohlraumheizungsanlagen, die als frühe Vorläufer heutiger Fußbodenheizungen gelten. Die Mosaike zeigen eine Qualität der Ausführung, die den berühmten pompeijanischen Mosaiken gleichgestellt werden kann.


    Naturdenkmäler Moränenhügel
    Die Gegend des Gardasees war jedoch schon in der Urgeschichte­ vom Menschen bewohnt. Dies belegen zahlreiche altertümliche Funde: Südlich von Desenzano del Garda liegen zum Beispiel die „Colline Moreniche del Garda“, in der Eiszeit entstandene Moränen­hügel, die sich bis zur Poebene erstrecken. Die Landschaft des Gardasees ist eine der schönsten in ganz Europa, entstanden über mehrere­ Jahrhunderte durch Erosions- und Akkumulationsprozesse.­ Die gesamte Gegend des Gardasees fügt sich in eine Landschaft ein, die durch Täler, die das Becken des Sees bilden,­ die umliegenden Moränenhügel, die ein spektaku­läres, natürliches Amphitheater formen, und die spitzen Berge, die um den See empor­ragen, gekennzeichnet ist. Der Gardasee bildete sich infolge zweier großer Vergletscherungen des Quartärs. Die Moränenhügel des Gardasees bestehen aus Felsblöcken, Kieselsteinen, Kies und Sand, welche die Gletscher vor sich hergeschoben haben. Das Wasser, das durch die Schmelzung der Gletscher entstand, bildete den Gardasee und andere kleinere Seen.

    Prähistorische Pfahlbauten
    In der rund vier Kilometer von Desenzano del Garda entfernten Polada-Torfgrube wurden zahlreiche Reste prähistorischer Pfahlbauten mit charakterischen Henkelgefäßen der so genannten ­Polada-Kultur gefunden, einer Kultur der frühen Bronzezeit (17. Jahrhundert v. Chr.) in Norditalien. Diese Kultur zeichnete sich durch die Erfindung ihrer doppelkegelförmigen Gefäße und ihrer­ Vasen mit zwei Griffen aus, die aus einer besonders dunklen ­Terrakotta-Masse hergestellt wurden, was auf die Nutzung von Tonsorten aus dem See zurückzuführen ist.

    Urgeschichtliches Museum birgt Schätze
    Das Museum „Giovanni Rambotti“ (benannt nach dem Entdecker der Polada-Funde) beinhaltet die vielen Funde, die in der Polada-Torfgrube zwischen Desenzano und Lonato del Garda sowie der Pfahlbausiedlung im Gebiet Lavagnone (ca. 5 km von Desenzano entfernt) ans Licht gekommen sind. Außer Keramiken, Messer- und Waffenspitzen aus Kieselstein, Waffen, Geräten und so weiter befindet sich im Museum auch ein Pflug aus Eichenholz aus der südalpinen Bronzezeit (ca. 2200 v. Chr.). Der Pflug von Lavagnone ist der älteste Pflug, der bisher auf der Welt gefunden wurde. Er ist aus Holz hergestellt und blieb erhalten, weil er unter einem Pfahlhaus gelagert wurde und beim Zurücklassen der Wohnungen im Moor – einer Umgebung mit wenig Sauerstoff – versank. Man konnte sein Alter auf über 4.000 Jahre datieren.

    Desenzano del Garda bietet einfach für alle Vorlieben, Geschmäcker und Interessen das Richtige: Touristischer Trubel findet sich dort ebenso wie besinnliche Kirchen, altertümliche Szenarien oder architektonische Denkmäler. Ein Besuch dieser Stadt lohnt sich also in jedem Fall ...

    Der Gardasee

    Der Gardasee, der größte See Italiens, bewahrt viele außergewöhnliche, eindrucksvolle Natureindrücke und Umweltbedingungen. Die grünen Hügel, das kristallklare Wasser und die atemberaubenden Panoramen, die man von den umliegenden Bergen genießen kann, haben im Laufe der Jahrzehnte viele Dichter, Künstler und Schriftsteller bezaubert – von Goethe bis D'Annunzio (1863-1938, italienischer Dichter des Fin de Siécle, Anm. d. Red.). Der Gardasee hat eine jahresdurchschnittliche Wassertemperatur von zirka 12 Grad Celsius. Der Gletscherursprung des Gardasees und seine­ geografische Lage sind für diese relativ niedrige Temperatur verantwortlich. Dafür ist das Wasser aber kristallklar. Im Sommer erwärmt sich die Wassertemperatur des Gardasees, sodass man angenehm baden kann. Der Wasserstand des Gardasees kann oft sehr schnell steigen, infolge von Senkungen des Luftdrucks. Der tiefste Punkt des Gardasees misst 346 Meter und liegt bei Mugugnano. Der niedrigste Punkt befindet sich bei Pal del Vó und ist nur 4 Meter tief. Die Wasserlinie des Gardasees liegt im Durchschnitt bei 65 Meter über dem Meeresspiegel und ist, im Gegensatz zu den anderen Seen der Voralpenzone, nur geringen Schwankungen unterworfen.

    Rubrik Reiselust | Ausgabe 04/10

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