Mensch & Tier
Silvester – für Tiere das blanke Entsetzen!
Die Tradition des Silvesterfeuerwerks geht auf die alten Germanen zurück, die mit lautem Lärmen zu Neujahr böse Geister vertreiben wollten. Dieses Brauchtum hat einen sinnvollen Ursprung und ist mittlerweile in unseren Kulturkreisen von keiner Silvesterfeier mehr wegzudenken. Je lauter, heller und bunter die Raketen leuchten, desto besser wird auch dann das neue Jahr! Unsere Tiere verstehen derartige Inhalte natürlich nicht, für sie bedeuten lautes Knallen und grelle Lichtscheine Gefahr für Leib und Leben.
Tiere nicht alleine lassen!
Natürlich sind nicht alle Tiere gleich: Ich hatte einmal eine Hündin, die in der Silvesternacht immer mit dem Schwanz wedelnd zur Haustüre lief, da sie als ehemaliger Jagdhund glaubte, die Jagdsaison sei wieder eröffnet. Doch das sind eher Ausnahmefälle, im Normalfall reagieren Tiere auf eine Silvesterknallerei mit Panik und Angst. Jedenfalls sollte jeder verantwortungsvolle Haustierbesitzer seine Lieblinge in der Silvesternacht nicht alleine lassen beziehungsweise eine den Tieren vertraute Betreuungsperson engagieren. Doch bereits an den Tagen vor Silvester kann es passieren, dass es irgendwo knallt. Aus diesem Grund sollten Hundehalter ihre Lieblinge auch schon vorher bei Spaziergängen stets an der Leine führen, damit sich ihr Hund nicht erschreckt und in Panik davonläuft.
Schon jetzt Vorkehrungen treffen
Ratsam ist, schon jetzt Vorkehrungen für die Silvesternacht zu treffen. Eine gute Möglichkeit ist, die Tiere in der Neujahrsnacht in einem abgedunkelten Raum unterzubringen, in den möglichst wenige Geräusche und Lichteffekte eindringen. Allerdings können Sie Ihren Hund oder Ihre Katze nicht erst in der Silvesternacht dort einsperren, da die Tiere dann doppelte Panik bekommen. Gewöhnen Sie sie am besten schon jetzt daran, indem Sie sie im abgedunkelten Raum füttern oder ihnen dort einen Schlafplatz anlegen. Dadurch wird der Raum Ihren Tieren vertraut.
Hunde und Katzen zu Hause lassen
Natürlich ist es richtig, dass Hunde sich neben ihrem Herrchen/Frauchen am wohlsten fühlen, doch keinesfalls sollten Sie Ihren Hund in der Silvesternacht irgendwohin mitnehmen oder mit ihm gar ins Freie gehen. Abgesehen vom Stress durch explodierende Knallkörper reizt der Schwefeldampf der Raketen Augen und Schleimhäute der Hunde. Bleiben Sie also am besten mit Ihrem Vierbeiner zu Hause. Auch Ihre Katzen sollten Sie in der Silvesternacht nicht draußen umherstreunen lassen, denn panische Katzen können sich verirren und nicht mehr nach Hause finden. Wird Ihr Tier nervös, sollten Sie es auf keinen Fall trösten, denn dann fühlt es sich in seiner Unsicherheit und Angst nur noch bestärkt. Bleiben Sie ruhig und entspannt, das überträgt sich dann auch auf Ihren Hund oder Ihre Katze.
Beruhigungsmittel nur nach Absprache mit dem Tierarzt
Von der Verabreichung herkömmlicher Beruhigungsmittel, die auf Menschen ausgerichtet sind, an Ihre Haustiere sollten Sie absehen, denn bei Hunden oder Katzen wirken diese Medikamente ganz anders oder belasten das Verdauungssystem Ihres Tieres – das gilt auch für natürliche Beruhigungsmittel, wie zum Beispiel Baldrian. Fragen Sie lieber den Tierarzt Ihres Vertrauens, er kann Ihnen gute und wirksame Beruhigungsmittel in der für Ihr Tier angemessenen Dosis empfehlen. Gute Erfolge wurden bei Tieren bereits mit Bachblüten erzielt. Die Bachblütentherapie wurde von dem Engländer Dr. Edward Bach entwickelt und basiert auf der Idee, dass die gebundene Energie von Blüten eine regulierende Wirkung auf psychische Zustände hat. Bei nervösen Menschen und Tieren kommt vor allem die Pflanze „Impatiens“ zum Einsatz, die bei nervösen Reizzuständen und Unruhe beruhigend wirken soll. Bevor Sie jedoch Ihrem Tier irgendetwas verabreichen, holen Sie sich bitte bei Ihrem Tierarzt bzw. in Ihrer Apotheke unbedingt Ratschläge und Tipps!
Rücksicht auf Wildtiere nehmen
Aber nicht nur unsere Haustiere sind in der Silvesternacht arm, sondern natürlich auch die wild lebenden Tiere. Silvesterfeuerwerke auf einer Waldlichtung bzw. in einem Park sollten also nicht nur aufgrund des Risikos eines Brandes, sondern auch aus Rücksicht auf die Wildtiere unterlassen werden. Diese reagieren nämlich auf lautes Knallen mit Fluchtverhalten – und wenn das Knallen stundenlang kein Ende nimmt, laufen Sie mitunter panisch in der Gegend umher, bis sie vor Erschöpfung zusammenbrechen oder sogar sterben.
Gesundheitsgefahr auch für Menschen
Übrigens ist die Silvesterknallerei nicht nur für Tiere ungesund, sondern auch für uns Menschen: Das Abfeuern von Knallfröschen oder Böllern in nächster Nähe kann bei empfindlichen Menschen Hörschäden hervorrufen. Weiters steigt die Feinstaubkonzentration (Metalloxide, Stickoxide etc.) in der Luft durch das Abfeuern der Raketen dramatisch an. Ganz zu schweigen von den Chemikalien, die in Feuerwerkskörpern enthalten sind, wie zum Beispiel Abbrandregler, Klebstoffe, Quellmittel sowie Kunst- und Schaumstoffe. Nach dem Feuerwerk fallen diese Stoffe mit den abgebrannten Raketen zu Boden und belasten die Umwelt. Doch wir feiern ja zum Glück nur ein Mal im Jahr Silvester ...
Das Team von 2700 wünscht Ihnen einen feucht-fröhlichen Rutsch und eine stresslose Silvesternacht im Kreise Ihrer vierbeinigen Hausgenossen!



