Stadtgespräch
Wiener Neustadt auf dem Weg zur Recycling-Gesellschaft
Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Bereich der Abfallwirtschaft die ersten Ansätze einer Wiederverwertung von Abfällen. Damals sprach man von den so genannten „Lumpensammlern“. Diese gingen von Haus zu Haus und sammelten nicht mehr brauchbare Eisenteile und alte Kleidungsstücke (Lumpen). Das gesammelte Material wurde an Gießerein verkauft, die daraus wiederum hochwertige Güter herstellten.
1954 haben sich die Verantwortungsträger der Stadt Wiener Neustadt entschlossen, eine geordnete und saubere kommunale Abfallentsorgung für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wiener Neustadt einzurichten und nachhaltig sicherzustellen. Zu dieser Zeit übernahm der städtische Bauhof die Aufgabe, ein umfassendes Abfallwirtschaftskonzept zu entwickeln und die notwendige Infrastruktur – etwa durch den Ankauf von Fahrzeugen und die Sicherstellung der Entsorgungsbehälter sowie der erforderlichen Arbeitsplätze – zu schaffen.
1964 wurde in Wiener Neustadt die getrennte Papiersammlung eingeführt und das Papier einer Wiederverwertung zugeführt.
1974 erfolgte der nächste Schritt und die Einführung der getrennten Altglassammlung wurde aufgenommen. Im gesamten Stadtgebiet entstanden so genannte Müllsammelinseln, wo das Altglas getrennt nach Weiß- und Buntglas bequem in einem eigens dafür entwickelten Behälter abgegeben werden konnte.
1988 führte Wiener Neustadt als erste Stadt Österreichs die getrennte Biotonnensammlung ein. Heute ist die getrennte Sammlung biogener Abfälle schon längst eine Selbstverständlichkeit geworden.
1993 wurde durch das beispielhafte Abfallwirtschaftssystem der Stadt der Abfallwirtschaftsverband Wiener Neustadt gegründet. 35 Nachbargemeinden des Bezirkes schlossen sich mit der Stadt Wiener Neustadt zum Abfallwirtschaftsverband Wiener Neustadt zusammen. Die Stadt Wiener Neustadt übernahm ab diesem Zeitpunkt die gesamte Entsorgung aller Abfälle. Weitere Arbeitsplätze sowie moderne Gerätschaft wurden angeschafft, die Abfallbehandlungsanlage Wiener Neustadt sukzessive erweitert und permanent modernisiert.
1994 wurde die Verpackungsverordnung gesetzlich beschlossen. Wiener Neustadt wurde mit der Sammlung und Sortierung von Kunststoff- und Metallverpackungen durch die ARGEV betraut.
1997 wurde auf der Abfallbehandlungsanlage Wiener Neustadt eines der modernsten Sortierwerke für diese Verpackungen in Betrieb genommen. Parallel dazu entschloss sich die Stadt Wiener Neustadt, von der offenen Biotonnenkompostierung auf eine geschlossene Tunnelkompostierung umzustellen.
2004 wurde zusätzlich eine mechanisch-biologische Abfallaufbereitungsanlage in Betrieb gestellt, die übrigens zu den modernsten in ganz Europa zählt.
2010 nimmt die Stadt Wiener Neustadt seit nunmehr mehr als 50 Jahren eine Vorreiterrolle für eine organisierte Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft ein. Neben zahlreichen Anerkennungen in den vergangenen Jahren erhielt die Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH erst vor wenigen Tagen eine hohe Auszeichnung im Zuge der Verleihung des Abfallwirtschaftspreises Phönix, einer gemeinsamen Initiative des Lebensministeriums und des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes. Unter dem Motto des Abfallwirtschaftspreises Phönix 2010 „Einfall statt Abfall“ erzielte die Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH unter 36 eingereichten Umweltprojekten den 3. Platz für das Projekt „Erzeugung von Biogas aus Bioabfällen und Verwendung als Treibstoff für das öffentliche Busliniennetz“. Permanente Weiterentwicklung der Technik, einhergehend mit neuen innovativen Umweltprojekten, soll auch zukünftig die ökologische Verantwortung für unsere Gesellschaft und die der nachfolgenden Generationen nachhaltig sicherstellen.
Mit freundlicher Unterstützung von:
Peter Eckhart, M.A., Geschäftsführer Wiener Neustädter
Stadtwerke und Kommunal Service GmbH
WAS GEHÖRT WOHIN? Ein kleiner Abfallratgeber
Altpapier und Kartonagen - Zeitungen, Zeitschriften, Telefonbücher, Prospekte, Kartonagen. KARTONS bitte falten und ALLES unbedingt mit Spagat zusammenbinden, um Windflug zu vermeiden. KEINE verschmutzten Verpackungen und Zementsäcke!
Verpackungen aus Kunststoff und Verbundstoffen - Plastikflaschen (PET, PP), Eimer, Joghurtbecher (PS), Styroporverpackungen (z. B. von TV-Geräten), Getränkeverbundkarton (z. B. Milchpackerl), Schrumpffolien und Blisterverpackungen gehören in den GELBEN SACK! KEIN Spielzeug, Geschirr, Blumentöpfe, Gartenschläuche und -sessel aus „Plastik“ - diese gehören in den RESTMÜLL !
Verpackungen aus Metall - leere Konserven-, Öl-, Getränke- und Tierfutterdosen, Schraubverschlüsse, Alufolien, Deckel von Joghurt gehören in den BLAUEN SACK! KEINE Kleinmetalle wie Fahrradteile, Besteck, Geschirr, Werkzeuge etc.!
Bioabfälle - neben Gartenabfällen (Gras, Laub, Baumschnitt) gehören alle Arten von Speiseresten dazu. AUSNAHME: Fleischreste wegen der Madenbildung in Folie oder Papier einschlagen und zum Restmüll geben!
Problemstoffe - Farb- und Lackreste, alte Medikamente, Säuren und Laugen, Gifte, Altöle, Speisefette und -öle, Druckbehälter mit Restinhalten, Motorölflaschen etc. bitte zur MOBILEN PROBLEMSTOFFSAMMLUNG (Mobile Abfallberatung) oder zur Abfallbehandlungsanlage bringen.
Restmüll - sind nur jene Abfälle, die nicht den obigen Abfallarten zugeordnet und keiner Verwertung zugeführt werden können, zum Beispiel Asche, altes Spielzeug, Kehricht, Windeln, Stoffreste etc.
Altkleider - Gebrauchte, wiederverwendbare, saubere Bekleidung, Decken, Pölster, Schuhe (zusammengebunden) können - am besten in einem Sack - in Sammelcontainer gegeben werden.
Standorte der Sammelcontainer: www.wnsks.at
DAS LEISTUNGSANGEBOT DER WNSKS – ABFALLWIRTSCHAFT
RESTMÜLLentsorgung:
2 Mal pro Woche / wöchentlich / 14-tägig / 4-wöchig
BIOMÜLLentsorgung:
14-tägig, auf Wunsch mit Tonnenreinigung
CONTAINERDIENST für Großanfallstellen (Firmen und Private)
WINBIKO - Wiener Neustädter Biokompost
FIRMENBERATUNG durch die Abfallberater
PROBLEMSTOFFabholung und –übernahme
MÜLLTAXI
MOBILE ABFALLBERATUNG und PROBLEMSTOFFSAMMLUNG
in allen Stadtvierteln Wiener Neustadts 40 Mal pro Jahr
GESCHIRR- und WC-MOBILVEREIH
Abholung von WERTSTOFFEN
(Kunststoff-, Metall- und Glasverpackungen, Papier, Karton)







