HOT JOBS der Region:

loading
Jobsuche läuft...

    Jobs suchen:

    zur Detailsuche

    Business

    traditionsbetrieb, traditionsbetrieb

    Leiner

    Wie ein Einrichtungshaus Geschichte schreibt.

    Das erste „Auswärtsspiel“. Bei Auslandsaufenthalten Ende der 1950er Jahre hat Rudolf Leiner die Entwicklung vor allem in Deutschland genau verfolgt, wo die Branche auf dem Weg zum breit sortierten Einrichtungshaus ist: „Im Prinzip hatte ich diesen Schritt im Stammhaus in St. Pölten schon beschritten, nur war alles viel zu klein. Ich lernte im Ausland, dass der Kunde von heute vor allem Vergleichsmöglichkeiten braucht“, merkt Rudolf Leiner dazu im Jubiläumsmagazin im Jahr 2000 an. Wenn sein Haus bei dem Trend mithalten will, muss es weiter wachsen.

    Eine Vergrößerung des Geschäftes in St. Pölten, das 1960 bereits 50 Millionen Umsatz erzielt, kommt nicht in Frage – zu frisch ist die Kritik an der modernen Glasfassade: „Ein weiterer Ausbau des Hauses schien überdies nicht ratsam, da Leiners Haufassade schon in ihrer bisherigen Pracht den St. Pöltener Stadtbildschützern ein Dorn im Auge war“, beschreibt das Wirtschaftsmagazin trend 1973 rückblickend die Situation. Rudolf Leiner macht sich Gedanken zur lokalen Ausweitung und überlegt die Gründung von Zweigstellen in anderen Städten.

    Ein Gespür für den Standort. 1958 nimmt Leiner erstmals an der Gewerbeausstellung in Wiener Neustadt teil. Der Erfolg ist überwältigend, deshalb wird im Jahr darauf neuerlich eine Zelthalle auf dem Areal eines ehemaligen Pferdestalls aufgestellt, „ungefähr zehn mal zehn Meter groß“, erinnert sich der damalige Geschäftsführer Max Hopf. Der Umsatz auf der Ausstellung fällt auch 1959 zufriedenstellend aus. Rudolf Leiner registriert die Marktlücke. In ihm reift der Plan, eine Filiale in Wiener Neustadt zu gründen.

    Mehrer Wochen studiert Rudolf Leiner mit Max Hopf auf einer Parkbank im Stadtpark von Wiener Neustadt die Kundenströme und Personenfrequenzen rund um das Rathaus. Die Bahngasse scheint vielversprechend: Die zu jener Zeit noch „tote“ Gasse ist nicht weit vom Stadtmittelpunkt entfernt. „Damals ist man noch nicht hinausgegangen auf die grüne Wiese, sondern hat geschaut, dass man im Zentrum unterkommt“, beleuchtet Max Hopf den strategischen Hintergrund der Überlegungen. Für Walter Hammerl, Mitarbeiter der ersten Stunde, ist die Bahngasse trotzdem quasi am Ende der Welt: „Sie war damals unbedeutend, es gab dort praktisch nichts Nennenswertes“.

    In der Bahngasse 17 befindet sich im Erdgeschoss das Café Bank. Es gehörte einer jüdischen Familie, die nach San Francisco ausgewandert war. Nach Auflösung des Cafés waren die Räumlichkeiten von einem Plastikerzeugungsbetrieb bezogen worden. Als die Firma ins Industrieviertel von Wiener Neustadt übersiedelt, werden die Räumlichkeiten frei und Rudolf Leiner kommt mit den Besitzern ins Gespräch. Der Standort birgt große Chancen, die Wahl ist aber auch mit Risiko verbunden. Leiner mietet vorerst 200 m2 und vereinbart im Vertrag eine Kaufoption. Max Hopf übernimmt die Leitung des Projekts und beginnt mit der Sanierung. Eineinhalb Monate stehen ihm für den Umbau der Räumlichkeiten zur Verfügung.

    Ein neuer Mittelpunkt. Der Aufwand wird belohnt: Schon am Vortag der Eröffnung will ein Kunde eines der ausgestellten Zimmer unbedingt für sich reservieren. Max Hopf vertröstet ihn auf den nächsten Morgen: „Um halb acht ist er tatsächlich vor der Geschäftstür gestanden und so habe ich das erste Schlafzimmer in dem Geschäft verkauft.“ Am Eröffnungstag wird er von Frieda und Rudolf Leiner und der ältesten Tochter Friederike beim Bedienen der Kunden unterstützt, die gelungene Premiere wird anschließend mit einem Abendessen im Gasthaus gefeiert. Max Hopf, seine Frau, ein Lehrling und eine Halbtagskraft aus St. Pölten für die Buchhaltung bilden die spärliche Stammbelegschaft. „Wir haben wahnsinnig viel geleistet, es war eine schwere, aber auch eine sehr schöne Zeit“, merkt Frau Hopf dazu an und ihr Mann bestätigt: „Keinen Tag dieser Aufbauphase möchte ich missen.“

    Im ehemaligen Bräuhaus befindet sich ein primitives Lager. Manchmal werden auch dorthin Kunden geführt, die Möbel besichtigen wollen. „Jedes Mal, bevor ich die Tür aufgesperrt habe, habe ich zweimal gewaltig mit dem Fuß dagegen getreten, damit die Mäuse das Feld verlassen“, schmunzelt Max Hopf noch heute und berichtet: „Vom Wohnzimmerschrank bis zum fünftürigen Schlafzimmerkasten haben wir dort alles manuell über die Stufen getragen.“ Von Beginn an übertrifft die Geschäftsentwicklung alle Erwartungen. Die erste Niederlassung von Leiner außerhalb von St. Pölten wird zu einem historischen Ereignis für das Unternehmen. Die positiven Erfahrungen ermutigen zum weiteren Ausbau des Geschäfts in der Bahngasse. Rudolf Leiner interessiert sich für die angrenzenden Objekte und nimmt Verbindung zu Herrn Bank in San Francisco auf um die Häuser Bahngasse 17,19 und 21 zu erwerben.

    Schließlich einigt man sich über den Kauf. Vierzehn Wohnparteien der Hausnummern 19 und 21 und vier Gewerbebetriebe werden im guten Einvernehmen umgesiedelt. Die Matratzenfabrik wird vis-à-vis in der Lederergasse untergebracht, das Uhrengeschäft erhält seinen neuen Standplatz in einem Mietobjekt in der Wiener Straße.

    Das Engagement von Leiner bringt auch für Wiener Neustadt Veränderungen: „Leiner war dort eine Sensation“, führt Walter Hammerl aus. Allmählich wird die Bahngasse für die Stadt zu einem neuen Mittelpunkt und daran ist Leiner ganz und gar nicht unschuldig.

    Eins ... eine Eröffnung mit Paukenschlag. Bereits 1962 können die Umbauten an den neu erworbenen Objekten Bahngasse 19 und 21 ohne Behinderung des Geschäfts in Haus Nummer 17 beginnen. Die Räume werden nach und nach adaptiert und miteinander verbunden. Baumeister Tomschitz aus St.Pölten leitet die Arbeiten. 1963 verfügt die Niederlassung über 7.000 m2 Verkaufsfläche, die dem Publikum stolz präsentiert werden. Der feierlichen Eröffnung wohnen 200 Gäste, inklusive politischer und geistlicher Prominenz bei!

    Zwei ... die Bahngasse 24. Das Geschäft läuft und läuft und noch in den 1960ern ergibt sich die Gelegenheit, das Gebäude gegenüber zu erstehen. Hausnummer 24 beherbergt ein Gasthaus und die Firma Svoboda, die Öfen vertreibt. Beide Betriebe und zwei Wohnparteien werden wiederum ausgesiedelt und Leiner errichtet in Wiener Neustadt sein zweites Haus. In einem dritten Bauabschnitt wird das einstige Cafégebäude geschliffen und mit Haus eins verschmolzen.

    Drei ... was Leiner noch alles will - so ein Ausspruch eines Konkurrenten, der den Siegeszug des Einrichtungshauses argwöhnisch betrachtet. Leiner will aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in den 1980erm noch einen Park von der Stadtgemeinde kaufen – die sogenannten Perstlgründe samt Villa. Die Perstlgründe liegen nicht weit von der Bahngasse entfernt, sie befinden sich anschließend an die Lederergasse an der alten Stadtmauer. In der Zwischenkriegszeit dienten sie als Umschlagplatz für den Viehhandel mit Burgenland und Ungarn. Familie Perstl hatte den Krieg nicht überlebt, die leer stehende Villa war von der Stadt erworben worden. Trotz Widerstand vieler Fraktionen wird das 7.000 m2 große Areal gekauft. Dort entsteht nun Haus drei und Leiner wird damit zum Möbelriesen. Nach der Fertigstellung des Gebäudes inklusive Dach-Garage, kann Leiner 26.000 m2 Geschäftsfläche vorweisen.

    Bewährte Mitarbeiter. Am Standort Wiener Neustadt sind in 48 Jahren nur zwei Geschäftsführer tätig. „Das war vielleicht ein bisschen rückständig, aber erfolgreich“, stellt Friederike Koch fest. Als Max Hopf 1986 in den Ruhestand tritt, folgt ihm Leopold Popp nach, der 2009 in Pension geht.

    Leiner heute. Heute residiert die als schönstes Innenstadt-Einrichtungshaus bezeichnete Filiale nach wie vor in der Bahngasse. Auf 16.000 m2 findet der Kunde ein Komplettangebot in Sachen Wohnen. Für den Erfolg am Standort Wiener Neustadt ist nun Herr Richard Haag, in seiner Funktion als Geschäftsführer, verantwortlich.
     

    Rubrik Business | Ausgabe 02/12

    MediaDaten 2012

    Die neuen MEDIADATEN 2012
    sind da!

    Hier können Sie unsere neuen MediaDaten für das Jahr 2012 downloaden.

    Download

    Cover 5/12 gross

    PDF-Downloads

    Hier können Sie die aktuelle & alle älteren Ausgaben als hochqualitatives PDF herunterladen.

    zu den PDF´s

    Das 2700 Wetter

    Das 2700 Wetter

    powered by Wetter Wiener Neustadt

    zum Wetter

    Design von Agentur die kueche   Internetlösung von dieSchraube