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    roaming, roaming

    „Roaming“around – Business im Ausland

    In der heutigen Zeit kann man von nahezu jedem Ort der Welt mit nahezu jedem Menschen auf der Welt in Kontakt treten – dank Internet, WLAN (Wireless Local Area Network), Mobilfunk & Co. Vor allem Menschen, die beruflich viel und oft im Ausland unterwegs sind, profitieren von unseren fast schon uneingeschränkten technischen Möglichkeiten. Die meisten internationalen­ Hotels sind WLAN- (oder Wi-Fi-)fähig. Manche bieten für Geschäftskunden sogar­ voll ausgestattete Business-Center mit Sekretariat an. Zahlreiche Urlaubshotels verfügen über „Internet-Corners“ mit internetfähigen­ PCs. Der gesamte Erdball ist also mit Funknetzen überzogen, die eine Kommunikation selbst über tausende von Kilometern gewährleisten.

    Roaming als Fachbegriff
    Unter Geschäftsleuten wird beim Benutzen fremder ausländischer Netze von „Roaming“­ (dt. umherstreunen) gesprochen. Verträge zwischen österreichischen und ausländi­schen Mobilfunkbetreibern machen es möglich, dass mit österreichischen Handys­ auch im Ausland telefoniert oder ein mobiler­ Internetzugang auch außer­halb unserer Heimat genützt werden kann. Dieser­ Begriff hat sich mittlerweile in ganz Europa­ als Fachbegriff etabliert. Die einzelnen Mobil­funkbetreiber bieten bereits eigene Roaming-Tarife an. Doch fremde,­ ausländische Netze zu benutzen, kann einen mitunter teuer zu stehen kommen – vor allem auch dann, wenn man im Urlaub ist und nach Hause telefoniert!

    Die EU-Roaming-Verordnung
    Vor einem Jahr ist eine vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) beschlossene Erweiterung der EU-Roaming-Verordnung in Kraft getreten. Der EuGH sah diese Novellierung in erster Linie in dem Umstand begründet, dass der Verbraucherpreis für das Benutzen­ fremder Mobilfunknetze im Durchschnitt fünfmal mehr betragen hat als die Kosten­ ausmachen, welche die Unternehmen unter­einander für solche Dienste verrechnen. Seither müssen die Betreiber aller EU-Staaten ihren Kunden einen „Eurotarif“ (siehe nachfolgende Aufstellung) anbieten. Die Verordnung sollte ursprünglich dieses Jahr auslaufen, wurde aber bis Ende Juni 2012 verlängert.

    Vorsicht bei Internet & Mail
    Mit dieser Maßnahme hat die Europäische­ Union Kostenexplosionen im Bereich des Sprach-Roamings deutlich eingedämmt. Vorsicht ist jedoch dennoch geboten, vor allem bei der Benutzung von Internetdiensten.­ Der Gebrauch mobiler Datendienste kann im Ausland immer noch extrem teuer werden, denn jenes im Vertrag mit dem österreichischen Mobilfunkbetreiber vereinbarte Datenvolumen gilt nicht für das Ausland. Weiters können bestimmte Konfigurationen – wie beispielsweise eine automatische E-Mail-Abfrage oder selbständige Updates bei Laptop oder Handy – unbemerkt Datentransfers verursachen, die mitunter sehr hohe Roaming-Kosten zur Folge haben.­ Verbraucher können sich vor zu hohen Kosten schützen, indem sie mit dem Provider eine Abmachung treffen, wonach der Dienst unterbrochen wird, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro erreicht ist. Eine Alternative wäre, das Daten­roaming vor dem Urlaub gänzlich sperren zu lassen.

    Kostenfalle Mobilbox
    Oftmals wird beim Handy auch auf die Mobil­box vergessen, denn eine Rufum­­lei­­­­­­tung dorthin kann im Ausland ebenfalls kostspielig werden. Vor allem in der Normal­einstellung, der so genannten bedingten Umleitung (bei Nichtmelden des Teilnehmers wird der Anrufer auf die Mobilbox umgeleitet), fallen gleich doppelte ­Kosten an, denn der Anruf wird zunächst von Öster­reich in das fremde Netz geleitet und bei Nichterreichbarkeit wieder nach Österreich – nämlich in die Mobilbox – zurückgeführt. Und diesen doppelten Weg bezahlen Sie auch doppelt. Die beste Alternative ist daher, die Mobilbox im Ausland vorüber­gehend zu deaktivieren. In diesem Fall kann der Anrufer keine Nachricht hinterlassen und es entstehen auf beiden Seiten keine Kosten. Weiters gibt es die unbedingte Umleitung zur Mobilbox,­ das heißt, alle Anrufe werden direkt an die Mobilbox weitergeleitet – Sie selbst
    sind nicht erreichbar, können aber Ihre Mobil­­­­­box abhören, wofür dann Roaming-Kosten anfallen.

    In den USA ist alles anders
    Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie in den USA telefonieren. Viele österreichische Mobilfunkbetreiber bieten günstige World-Roaming-Tarife an, doch sollten Sie einen solchen nicht angemeldet haben, ist Vorsicht geboten. Vor allem das Telefonieren­ in Telefonzellen oder Hotels kann sehr teuer sein! Die einfachste und sicherste Methode ist daher, für die Dauer Ihres Aufenthaltes ein amerikanisches Handy zu mieten. Informationen hierzu erhalten Sie von der Kunden­betreuung Ihres Netzbetreibers oder Providers. Informieren Sie sich über Ihren Netzbetreiber oder Provider, falls Sie bei einzelnen Anbietern nicht sicher sind, ob zusätzliche Kosten auf Sie zukommen.

     

    Der „Eurotarif“ (ab 1. Juli 2009)

    Entgelte
    • Vorziehung der Entgeltabsenkungen
    von 30. August auf 1.
    Juli
    • Für aktive Telefonate maximal
    0,43 Euro exklusive USt., das
    sind 51,6 Cent inklusive USt.
    • Für passive Telefonate maximal
    0,19 Euro exklusive USt., das
    sind 22,8 Cent inklusive USt.
    • Schrittweise Entgeltabsenkungen
    bis zum 1. Juli 2011 sind
    vorgesehen 

    ab 1. Juli 2010
    • Für aktive Telefonate maximal
    0,39 Euro exklusive USt., das
    sind 46,8 Cent inklusive USt.
    • Für passive Telefonate maximal
    0,15 Euro exklusive USt., das
    sind 18 Cent inklusive USt.

    ab 1. Juli 2011
    • Für aktive Telefonate maximal
    0,35 Euro exklusive USt., das
    sind 42 Cent inklusive USt.
    • Für passive Telefonate maximal
    0,11 Euro exklusive USt., das
    sind 13,2 Cent inklusive USt.

    Taktung
    • Für aktive Telefonate gilt eine
    sekundengenaue Abrechnung
    nach den ersten 30 Sekunden
    (entspricht einer Taktung 30/1).
    • Für passive Telefonate ist eine
    sekundengenaue Abrechnung
    nach der ersten Sekunde obligatorisch,
    daher ist eine Verrechnung
    in Takten bei passiven
    Telefonaten im Eurotarifschema
    nicht mehr erlaubt.

    Quelle: Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH

     

    Tipps für das Telefonieren im Ausland

    Erkundigen Sie sich vor Ihrem Auslandsaufenthalt bei Ihrem­ Betreiber über die Entgelte für aktive und passive (entgegen­genommene) Telefonate, SMS und Datendienste. Beachten Sie, dass man im Ausland meist zwischen mehreren Netzbetreibern mit unterschiedlichen Tarifen wählen kann.

    Bei den meisten Anbietern ist das passive Roaming, wenn man also angerufen wird, billiger als das Aktiv-Roaming.

    Machen Sie sich vor dem Auslandsaufenthalt mit den Konfigurationsmöglichkeiten Ihres Mobiltelefons vertraut und erkundigen Sie sich bei Ihrem Betreiber insbesondere auch über die Einstellung der „manuellen Netzauswahl". Nur so können Sie das jeweils günstigste Netz auswählen bzw. sicher­gehen, ob eine einmal getroffene Einstellung „manuelle­ Netzwahl“ am Mobiltelefon dauerhaft eingerichtet bleibt oder nach einer bestimmten Zeit automatisch aufgehoben wird. Teilweise sind die von den österreichischen Betreibern ausgegebenen SIM-Karten so programmiert, dass bestimmte ausländische Netze bevorzugt ausgewählt werden.

    Beachten Sie, dass beim Roaming je nach Betreiber­ oft unter­schiedliche Taktungen anfallen können. Die Taktung kann erhebliche Auswirkungen auf die letztendlich zu bezahlenden Entgelte haben und sollte daher besonders beim Roaming berücksichtigt werden. Welche Taktungen bei dem von Ihnen gewählten Tarif im Roaming-Fall zur Anwendung kommen können,­ ist in der Regel in den Entgeltbestimmungen Ihres Betreibers geregelt. Mehr dazu auf: www.rtr.at/de/tk/Taktung

    Bei regelmäßigen Auslandsaufenthalten ist es schon vor Vertrags­abschluss mit dem österreichischen Mobilfunkbetreiber sinnvoll, sich zu erkundigen, ob besonders günstige Roaming-Tarife oder Pauschalpakete für „Vielreisende" angeboten werden.

    Überlegen Sie sich bei längeren Auslandsaufenthalten den Kauf einer lokalen (ausländischen) SIM-Karte. Mit dieser lässt es sich wesentlich günstiger telefonieren. Beachten Sie aber, dass Sie dann eine neue, ausländische Rufnummer haben und unter der österreichischen Mobilfunkrufnummer (momentan) nicht erreichbar sind. Um eine ausländische SIM-Karte mit Ihrem österreichischen Mobiltelefon verwenden zu können, darf dieses keinen „SIM-Lock" haben. Meist sind österreichische Mobiltelefone nämlich für alle Betreiber außer für das „Heimatnetz" gesperrt.

    Es muss nicht immer das Handy sein: Gerade zum Telefonieren gibt es eine Reihe von kostengünstigen Alternativen.
    Benützen Sie im Ausland Call Shops (öffentliche Sprechstellen) oder VOIP-Dienste über lokale WLAN-Schnittstellen (z.B. im
    Hotel oder HotSpot in Lokalen).

    Quelle: Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH
     

    Rubrik Business | Ausgabe 07-08/10

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